| Gütersloh.
Ob es irgendwann für die Olympischen Spiele reicht, muss sich zeigen.
Beim Bundesfinale "Jugend trainiert für Olympia" deutete
die Badmintonspieler des Städtischen Gymnasiums Gütersloh zumindest
ihr Talent an. Unter 16 Schulmannschaften, die sich jeweils in einem Bundesland
qualifiziert hatten, erreichten die acht Jungen und Mädchen in der
Wettkampfklasse der 12- bis 15-Jährigen den 4. Platz.
"Das ist einer der größten Erfolge, die unsere Schule
bisher erreicht hat", sagt Sportlehrer Harald Rehberg, der das Team
gemeinsam mit den Trainern Janina Rehrmann und Andreas Volke betreute.
Besonders gefördert wird der Badmintonsport am Städtischen Gymnasium
nicht. Es profitiert eher von dem Zufall, dass hier die besten Gütersloher
Nachwuchsspieler die Schulbank drücken. So zählen Nils Rogge
und Melissa Martens vom TuS Friedrichsdorf immerhin zum Landeskader. Ihre
Vereinskameraden Florian Obeloe, Leonie Zuber und Lara Weidmann feiern
auf Bezirksebene regelmäßig Erfolge. Frederic Maas, Jana Winkler
und Marvin Thomas vom BSC Gütersloh tauchen hier ebenfalls in den
Siegerlisten auf.
Bereits Ende März hatten sich die "Städter" in Hamm
die Teilnahmeberechtigung für Nordrhein-Westfalen gesichert. Zur
Belohnung durften sie Ende September vier Tage lang nach Berlin reisen,
wo das Bundesfinale ausgetragen wurde. Nicht nur im Badminton, sondern
auch in sieben weiteren Sportarten wie Fußball, Leichtathletik und
Hockey. Rund 3.000 Schüler aus Deutschland kamen zusammen. Bei der
großen Abschlussveranstaltung zeichnete unter anderem Bundesinnenminister
Wolfgang Schäuble die Sieger aus.
Beinahe hätte es für die Gütersloher Gymnasiasten zu einer
Treppchenplatzierung gereicht. Nachdem sie in der Gruppe ungeschlagen
Erster geworden waren, setzten sie sich im Viertelfinale gegen das Lise-Meitner-Gymnasium
Neuenhaus (Niedersachsen) mit 7:0 durch. Die Siegesserie endete im Halbfinale.
Das Sportgymnasium Jena (Thüringen) trat mit etlichen Kaderspielern
an und erwies sich beim 3:4 als knapp überlegen.
Jana Winkler feierte in der Partie immerhin ein persönliches Erfolgserlebnis.
Sie besiegte Lisa Geppert, die zur inoffiziellen Nationalmannschaft in
der Altersklasse U 13 gehört.
Nach dem kräftezehrenden Halbfinale ging den Güterslohern im
Spiel um Platz drei gegen das Gymnasium Wolfen-Stadt (Sachsen-Anhalt)
die Luft aus. Unerwartet verloren Nils Rogge und Florian Obeloe ihr Doppel,
so dass es am Ende erneut 3:4 hieß. Der Titel ging nach Rheinland-Pfalz,
das vom Heinrich-Heine-Gymnasium Kaiserslautern vertreten wurde.
Rehberg hofft, auch in den nächsten Jahren eine gute Mannschaft
ins Rennen schicken zu können. "Viele Eltern merken langsam,
dass wir im Badminton einiges zu bieten haben und melden ihre Schüler
bei uns an", sagt er. Auch wenn das Gymnasium nicht die Förderung
einer speziellen Sportschule bietet, könnte es zumindest ein Sammelpunkt
für den Gütersloher Badmintonnachwuchs werden.
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