Jugend trainiert für Olympia 2007
TuS Talente im Berliner Einsatz

Neue Westfälische 17.10.2007

Nummer vier in Deutschland
Städtisches Gymnasium Gütersloh überzeugt beim Bundesfinale
Bericht und Fotos von Carsten Biermann

 

Gütersloh. Ob es irgendwann für die Olympischen Spiele reicht, muss sich zeigen. Beim Bundesfinale "Jugend trainiert für Olympia" deutete die Badmintonspieler des Städtischen Gymnasiums Gütersloh zumindest ihr Talent an. Unter 16 Schulmannschaften, die sich jeweils in einem Bundesland qualifiziert hatten, erreichten die acht Jungen und Mädchen in der Wettkampfklasse der 12- bis 15-Jährigen den 4. Platz.

"Das ist einer der größten Erfolge, die unsere Schule bisher erreicht hat", sagt Sportlehrer Harald Rehberg, der das Team gemeinsam mit den Trainern Janina Rehrmann und Andreas Volke betreute. Besonders gefördert wird der Badmintonsport am Städtischen Gymnasium nicht. Es profitiert eher von dem Zufall, dass hier die besten Gütersloher Nachwuchsspieler die Schulbank drücken. So zählen Nils Rogge und Melissa Martens vom TuS Friedrichsdorf immerhin zum Landeskader. Ihre Vereinskameraden Florian Obeloe, Leonie Zuber und Lara Weidmann feiern auf Bezirksebene regelmäßig Erfolge. Frederic Maas, Jana Winkler und Marvin Thomas vom BSC Gütersloh tauchen hier ebenfalls in den Siegerlisten auf.

Bereits Ende März hatten sich die "Städter" in Hamm die Teilnahmeberechtigung für Nordrhein-Westfalen gesichert. Zur Belohnung durften sie Ende September vier Tage lang nach Berlin reisen, wo das Bundesfinale ausgetragen wurde. Nicht nur im Badminton, sondern auch in sieben weiteren Sportarten wie Fußball, Leichtathletik und Hockey. Rund 3.000 Schüler aus Deutschland kamen zusammen. Bei der großen Abschlussveranstaltung zeichnete unter anderem Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble die Sieger aus.

Beinahe hätte es für die Gütersloher Gymnasiasten zu einer Treppchenplatzierung gereicht. Nachdem sie in der Gruppe ungeschlagen Erster geworden waren, setzten sie sich im Viertelfinale gegen das Lise-Meitner-Gymnasium Neuenhaus (Niedersachsen) mit 7:0 durch. Die Siegesserie endete im Halbfinale. Das Sportgymnasium Jena (Thüringen) trat mit etlichen Kaderspielern an und erwies sich beim 3:4 als knapp überlegen.

Jana Winkler feierte in der Partie immerhin ein persönliches Erfolgserlebnis. Sie besiegte Lisa Geppert, die zur inoffiziellen Nationalmannschaft in der Altersklasse U 13 gehört.

Nach dem kräftezehrenden Halbfinale ging den Güterslohern im Spiel um Platz drei gegen das Gymnasium Wolfen-Stadt (Sachsen-Anhalt) die Luft aus. Unerwartet verloren Nils Rogge und Florian Obeloe ihr Doppel, so dass es am Ende erneut 3:4 hieß. Der Titel ging nach Rheinland-Pfalz, das vom Heinrich-Heine-Gymnasium Kaiserslautern vertreten wurde.

Rehberg hofft, auch in den nächsten Jahren eine gute Mannschaft ins Rennen schicken zu können. "Viele Eltern merken langsam, dass wir im Badminton einiges zu bieten haben und melden ihre Schüler bei uns an", sagt er. Auch wenn das Gymnasium nicht die Förderung einer speziellen Sportschule bietet, könnte es zumindest ein Sammelpunkt für den Gütersloher Badmintonnachwuchs werden.