NW LOKALSPORT GÜTERSLOH 21.01.2008
15-jähriger Nils Rogge beweist Nervenstärke

Gütersloh (wot). Nils Rogge ist 15 Jahre alt und hatte noch niemals in der Oberliga gespielt. Ausgerechnet auf ihm lastete gestern der Druck, dem Badminton-Team des TuS Friedrichsdorf im Kampf um den Klassenerhalt einen vielleicht entscheidenden Punkt zu sichern. 3:4 lag „Tippe“ im Heimspiel gegen den 1. BV Mülheim II zurück, als Rogge zum letzten Match antrat. Der Youngster gewann den Krimi, besiegte seinen Gegner in einem nervenaufreibenden Dreisatzmatch mit 22:20, 19:21 und 21:19 und musste dann den Ansturm der jubelnden Teamkollegen ertragen.

„Ein Riesenkompliment an Nils, wie er mit dieser Belastung fertig geworden ist“, staunte Reinhard Mense. Der Trainer des TuS Friedrichsdorf hatte den Jugendlichen für die 1. Mannschaft nominiert, nachdem er am Samstagabend bei der 3:5-Niederlage im Verbandsligaspiel der „Zweiten“ gegen Lippstadt sein Einzel und das Doppel souverän gewonnen hatte. Rogge nutzte die Chance, die sich ihm dadurch bot, dass die Mülheimer mit dem 32-jährigen Henk Kaspers einen Spieler aus einer unteren Mannschaft aufbieten mussten. Im ersten Durchgang wehrte er gegen den Routinier sogar einen Satzball ab, um dann in der Verlängerung noch zu gewinnen.

In die Bredouille geraten war der TuS Friedrichsdorf, weil er beim Zwischenstand von 2:2 das 1. Herreneinzel überraschend verloren hatte. Marc Hornemann erwischte bei der 18:21, 17:21- Niederlage gegen Steffen Hohenberg einen rabenschwarzen Tag. „Da fing das Zittern an, denn dieser Punkt stand auf unserer Rechnung“ sagte Reinhard Mense. Zum Glück steigerte sich Jan Hay im zweiten Einzel gegenüber seinem schwachen Auftritt im Doppel und glich mit einem 21:16, 21:12-Erfolg über Phillippe Craul zum 3:3 aus. „Er hat den Schalter umgelegt und sein Können abgerufen“, lobte Reinhard Mense den 30-Jährigen.

Aus einem speziellen Grund galt dem Friedrichsdofer Mixed aber keine Hoffnung, den TuS mit 4:3 in Führung zu bringen. Anja Bertermann, nach der Verletzung von Olga Volke (Achillessehnenriss) die beste Spielerin, hatte sich am Vormittag krank gemeldet. Kurzfristig sprang die 17-jährige Pia Heitmann aus der 3. Mannschaft ein; sie kam mit Marc Hornemann bei der 13:21, 15:21- Niederlage nicht für einen Sieg in Frage.

„Normal“ waren die vier Auftaktmatches für den TuS Friedrichsdorf verlaufen. Es gab Niederlagen für die Kreisliga-Aushilfsspielerin Yvonne Brunemann im Dameneinzel und für das Doppel Brunermann/Heitmann. Und es gab Siege für die Herrendoppel Hornemann/Andreas Dankert (21:17, 21:11) sowie Hay/Ingo Waltermann (17:21, 21:19, 21:19).

Mit dem 4:4 verteidigte der TuS (13:9 Punkte) seinen dritten Tabellenplatz gegen die Mülheimer (10:10). Angesichts von vier Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz sprach Reinhard Mense von einem großen Schritt in Richtung Klassenerhalt. „Ich hoffe, dass wir das das Niveau bei den Herren halten, dann wird das ein gutes Ende mit uns nehmen“, glaubt der Trainer.