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Gütersloh. Die letzte Niederlage? Olga Volke zögert, denkt nach. "Wahrscheinlich im Training - gegen einen Mann", sagt die Badmintonspielerin und lächelt. Einer Frau zum Sieg zu gratulieren, ist die 33-Jährige nicht gewohnt. Zuletzt passierte dies in der Vorsaison gegen Jugendeuropameisterin Janet Köhler, wie sie sich doch noch erinnert. In der aktuellen Oberligasaison holte Volke für den TuS Friedrichsdorf in allen sechs Begegnungen die vollen zwei Punkte.
Damit hat sie einen großen Anteil daran, dass der Verein als Tabellenzweiter sogar vom Aufstieg träumen darf. Eine Vorentscheidung, ob Tabellenplatz eins tatsächlich möglich ist, könnte am Samstag fallen. Um 19 Uhr empfängt das Team in der "Alten Ziegelei" den ungeschlagenen Tabellenführer BC Phönix Hövelhof. Das eh schon spannungsgeladene Nachbarschaftsduell bekommt damit zusätzliche Brisanz. Vorbeiziehen kann "Tippe" allerdings nicht. Mit einem Sieg würde das Team von Trainer Reinhard Mense aber nach Punkten aufschließen.
 Dank ihrer hervorragenden Technik hat Olga Volke in dieser Saison bisher jede Gegnerin in die Knie gezwungen. Am Samstag muss sich die 33-Jährige gegen Hövelhof aber wohl richtig strecken, um weiter ungeschlagen zu bleiben. (FOTO MARTINSCHLEDDE)
"Das wird ein schweres Spiel", sagt Olga Volke und erklärt Hövelhof zum klaren Meisterschaftsfavoriten. Sogar an ihren beiden obligatorischen Erfolgen zweifelt sie dieses Mal. Immerhin trifft sie auf Gegner, die ebenfalls noch ungeschlagen sind. Im Einzel auf Heike Athens, im Mixed mit Ingo Waltermann auf Andreas Kerst und Vera Geuenich. Auf das Duell mit der 16-jährigen Hövelhoferin freut sich Volke besonders. Schließlich brachte sie als Jugendtrainerin des TuS Friedrichsdorf dem großen Talent die ersten Schläge bei. Obwohl die Gütersloherin Geuenich seit 2002 für Hövelhof spielt, sind die beiden immer noch befreundet. "Wir haben diese Woche schon telefoniert", sagt Volke. Auch über das Spiel tauschten sie ein paar Worte aus. "Ich tippe auf ein 4:4." Ebenfalls ausgeglichen 50:50 sieht Volke die Chancenverteilung im Mixed, das "sie eigentlich äußerst ungern spielt".
Nur durch die Verletzung von Anja Kleinerüschkamp rückte sie ab dem 3. Spieltag an die Seite von Ingo Waltermann. Nach kurzer Eingewöhnungszeit trumpfte sie auch dort auf. "Ich habe eine gute Technik", sagt Volke, "und trickse meine Gegner mit Finten aus." Auch im Einzel muss sich die zumeist jüngere Konkurrenz trotz "läuferischer und konditioneller Überlegenheit" der Cleverness einer 33-Jährigen beugen. "Immerhin bin ich mit sieben Jahren angefangen, davon profitiere ich heute noch." Trotz häufig deutlicher Ergebnisse werde es langsam aber schwerer, die entscheidenden Bälle zu setzen.
So fit, wie vor zehn Jahren, als sie aus Moskau nach Friedrichsdorf kam, fühlt sich Olga Volke nicht mehr. "Damals bin ich regelmäßig gelaufen, dazu fehlt mir im Augenblick die Motivation." Und die Zeit: Neben einem Job muss sich die Ehefrau von Mitspieler Andreas auch um Sohn Alexander (3) kümmern. Fast etwas verschämt gesteht sie ein, dass sich ihr Trainingspensum auf einen Tag pro Woche erschöpft. Mehr Energie investiert sie in die Jugendlichen des TuS, von denen jemand ihre Nachfolge antreten soll.
Bis dahin möchte Olga Volke auf jeden Fall weiter spielen. Gerne in der Regionalliga, wofür sie sogar noch einmal das Training intensivieren würde. Wenn der Aufstieg mit "Tippe" nicht klappt, braucht sich der Verein aber keine Sorgen zu machen, dass sie sich diesen Wunsch woanders erfüllt. Schließlich ist Olga Volke dem Klub auch in der Verbandsliga, wo sie definitiv unterfordert war, treu geblieben . "Mir gefällt es hier einfach", sagt sie.
Von dieser Zuneigung profitieren die Friedrichsdorfer nicht nur auf dem Feld. Als gelernte Programmiererin pflegt Olga Volke auch die Internetseite der Badmintonabteilung. |