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Friedrichsdorf (cas). Wütend pfefferte Reinhard Mense den Schläger aufs Parkett - ein verständlicher Emotionsausbruch. Denn seine höchst unglückliche und bittere Pleite im Einzel zerstörte die letzten Hoffnungen auf einen Punktgewinn des Teams. Am Ende musste sich der TuS Friedrichsdorf im Badminton-Gipfeltreffen der Oberliga dem weiterhin unbezwungenen BC Phönix Hövelhof mit 2:6 beugen.

»Das war Unvermögen und fehlende Cleverness«, schimpfte der leicht erkältete Spielertrainer sich selbst aus. Auf so dämliche Weise verlor der Pechvogel des Abends wohl noch nie ein Spiel: Im ersten Satz gegen Kai Schiermeyer vergeigte der Friedrichsdorfer - der Sieg war doch greifbar nahe für ihn - drei und im zweiten gleich fünf Matchbälle. Und das unter den Augen seiner Ehefrau. Natalie Mense musste ausgerechnet bei dieser denkwürdigen Partie ihres lieben Gatten am Zähltischchen die Zwischenstände anzeigen und später den völlig geknickten Verlierer trösten. Eine Horror-Schlappe für ihn. An einem Punkt schrammte auch Jan Hay vorbei, freilich nicht ganz so tragisch wie sein Mitstreiter. Im zweiten Durchgang, der schon verloren schien, kämpfte sich der 29-jährige Marketingmann von 15:20 auf 20:20 heran, um dann doch noch den Kürzeren zu ziehen. Sein Ärger über den verpassten Entscheidungssatz hielt sich indes in Grenzen. »Mir steckt noch eine Grippe in den Knochen. Deshalb fehlte mir die Kraft, um am Ende Druck zu machen«, nahm Hay seinen Ausrutscher gegen den Phönix-Spitzenmann Dominik Höwekenmeier wesentlich gefasster hin als zuvor Reinhard Mense.
Der deutliche Gesamtsieg der Gäste vor Rekordkulisse in der »Alten Ziegelei« (150 Zuschauer!) täuscht auf den ersten Blick. Denn ein Punktgewinn winkte dem TuS auch im ersten Herrendoppel und schien im Mixed ebenfalls möglich. Hier gingen Ingo Waltermann und Partnerin Olga Volke nicht mehr mit letztem Einsatz in den Entscheidungssatz, weil zu dem Zeitpunkt das Gipfeltreffen bereits entschieden war.
»Dass wir in den Herren-Doppeln meist leer ausgehen, ist in dieser Saison unser größtes Problem«, bedauerte der zuverlässige Marc Hornemann, der mit Damen-Siegerin Olga Volke für die beiden Zähler sorgte. Ohne Anja Kleinerüschkamp (Urlaub) stand das Damenduo mit Natalie Mense und der etatmäßigen Bezirksliga-Spielerin Dorothee Anfang Anfang wie erwartet auf verlorenem Postem.
Einen neuen Posten hat jetzt Ingo Waltermann - seit kurzem arbeitet das Friedrichsdorfer Federball-Urgestein in Frankfurt für eine Schweizer Bank und hält sich dort beim Zweitliga-Vorortklub Anspach fit. »Mein Herz gehört weiterhin dem TuS«, bleibt der 33-Jährige trotz der weiten Anfahrt und Karriere-Sprung dem Tippe-Team erhalten.
Auf einen Blick 1. Herrendoppel: Marc Hornemann/Andreas Dankert - Andreas Kerst/Kai Schiermeyer 20:22, 12:21; 2. HD: Ingo Waltermann/Jan Hay^- Dominik Höwekenmeier/Michael Wilbert 18:21, 14:21; Damendoppel: Natalie Mense/Dorothee Anfang - Vera Geunich/Isabel Wilbert 11:21, 14:21; 1. Herreneinzel: Marc Hornemann - Michael Wilbert 21:12, 21:19; 2. HE: Jan Hay - Dominik Höwekenmeier 16:21, 22:24; 3. HE: Reinhard Mense - Kai Schiermeyer 21:23, 22:24; Dameneinzel: Olga Volke - Heike Athens 21:16, 21:17; Mixed: Waltermann/Volke - Kerst/Geuenich 21:17, 16:21; 15:21. |