Bezirksmannschaftmeisterschaften U11-U19 2010
Teamgeist ist Trumpf


[Friedrichsdorf 10.03.2010] Badmintonfans mögen sich derzeit über drei Abstiegsplätze und einige verpasste Chancen des TuS Friedrichsdorf verwundert die Augen reiben. Kenner der Szene wissen jedoch, dass dem TuS durch die Querelen im Jahr 2003 eine ganze Generation hochkarätiger Spieler abhanden gekommen ist. Die Auswirkungen beginnen sich nun im Seniorenbereich bemerkbar zu machen und so manch einer mag sich fragen, wie es weitergehen soll. All denjenigen sei empfohlen einen Blick auf die Jugendabteilung zu werfen.

Um es vorweg zu nehmen: mit ihren dritten Plätzen haben die Jugend- und die Schülermannschaft ein hervorragendes Ergebnis erzielt. Die U13 Minimannschaft zählte zudem zu den Favoriten des Turniers, hat die Fahrt nach Meinerzhagen jedoch aufgrund der äußerst widrigen Witterungsbedingungen am Samstagmorgen abgesagt.
Ebenso wichtig wie die Ergebnisse war den Spielern das geschlossene Auftreten als Team. So lobte Melissa, die am Samstag ihren 17. Geburtstag feierte: „Das ist das schönste Turnier, das ich je erlebt habe. Besonders wegen der Stimmung im Team.“

Die Jugendmannschaft
v.l.: Bastian, Melissa, Tobias, Lara, Florian, Simon, Leonie, Nils.

Die Jugendmannschaft hatte sich im Laufe des Samstagvormittags bei dreißig Zentimeter Neuschnee auf den Weg ins Sauerland, genauer gesagt nach Meinerzhagen, gemacht. Direkt nach der Ankunft deutete sich an, dass es kein leichtes Turnier werden würde, da sich Florian Obeloer wegen eines Magen- Darmproblems abmeldete und die Heimreise antrat. Der Start gestaltete sich dadurch schwieriger als erwartet. In der Vorrundengruppe B ging der TuS als Favorit in die Nils und SimonBegegnung mit der SG Sendenhorst. Nachdem Nils und Simon ihr Doppel deutlich gewonnen hatten, gingen das zweite Herrendoppel und unerwartet auch das Damendoppel verloren, so dass der TuS sogar zwischenzeitlich in Rückstand geriet. Es waren abermals Nils und Simon mit ihren Einzeln, die den TuS zurück in die Erfolgsspur brachten. Nach der Niederlage im dritten Jungeneinzel stand es 3:3. Melissa ließ im Dameneinzel und gemeinsam mit Tobi im Mixed aber nichts anbrennen. So sorgten die beiden für den erwarteten und letztendlich doch ungefährdeten 5:3 Sieg gegen die SG aus Sendenhorst.
Im zweiten Spiel des Tages ging es gegen den BC Herringen (Hamm) um den Gruppensieg, um sich eine gute Ausgangsposition für die Finalrunde zu sichern. Hier machte sich das Fehlen von Florian bemerkbar. Ohne Spielraum für die Mannschaftsaufstellung gab es Auswirkungen auf das zweite Doppel, das dritte Einzel und das Mixed. Zwei dieser Spiele hatten die Betreuer Frank Martens, Rainer Rogge und Jörg Manthey ursprünglich auf der Rechnung. Nach den Doppeln und dem ersten Herreneinzel stand es dann zwar 2:2, aber im Anschluss konnte nur noch Melissa, immerhin überraschend deutlich, mit zweimal 21:12 ihr Spiel gegen Anna Greifenberg gewinnen. So blieb am Ende des ersten Tages nach der 3:5 Niederlage der zweite Platz in der Gruppe und die Gewissheit, dass es am Sonntagmorgen im Halbfinale dadurch sicherlich nicht leichter werden würde.

Skisprungschanze Meinerzhagen Da in Dreiergruppen gespielt wurde, hatte die Jugendmannschaft am Samstagabend relativ früh Spielschluss, so dass sich der Tross aus Spielern und Betreuern direkt auf den Weg in die Unterkunft an der Skisprungschanze machte. Das Gästehaus des Westdeutschen Skiverbandes war den meisten bereits aus dem letzten Jahr bekannt. So brauchte auch nicht lang nach Unterhaltungsmöglichkeiten gesucht zu werden. Billard und Kicker wurden direkt nach dem Einzug in Beschlag genommen. Das Abendessen gab es, wie schon im Vorjahr, beim Italiener. Dort traf man auf alte Bekannte aus der Sporthalle. Die Mannschaften von Elsen und Paderborn waren ebenfalls eingekehrt und so wurde das Essen gleich mal in eine Geburtstagsparty für Melissa umfunktioniert. Gestärkt ging es zurück in die Unterkunft, in der die Party vereinsintern weiterging.
Da das Turnier für die Jugendmannschaft am darauffolgenden Morgen erst um 10:30 Uhr fortgesetzt wurde, konnten alle gut ausgeruht in den zweiten Tag starten.

Florian ObeloerAm Sonntagmorgen gab es dann eine Überraschung. Florian Obeloer, am Samstag aufgrund seiner Beschwerden abgereist, hatte sich auskuriert und konnte wieder ins Geschehen eingreifen.
TV 1875 Paderborn hieß der Gegner im Halbfinale, Turnierfavorit und daher eine besondere Herausforderung. Da alle TuS Spieler heiß auf den Titel waren, kam es zum Match des Turniers, in dem viele der Anwesenden das eigentliche Finale sahen. Der TuS ging durch Nils und Simon nach dem ersten Doppel mit einem überdeutlichen 21:11 und 21:11 in Führung. Im zweiten Doppel gab es das erste von insgesamt vier Dreisatzspielen. Florian und Tobias mussten sich nach gewonnenem zweiten Satz im dritten Satz geschlagen geben. Im Damendoppel machten es Lara und Leonie besonders spannend und konnten nach zwischenzeitlichem Rückstand im dritten Satz diesen noch mit 22:20 für den TuS entscheiden. Im ersten Herreneinzel trat Nils gegen Timo Putz an. Nach gewonnenem ersten Satz ging der zweite knapp mit 20:22 an den Gegner. Dabei konnte Nils einen Matchball nicht verwerten. Zu Beginn des dritten Satzes verletzte sich Nils leicht am Fußgelenk und gab das Spiel auf. Florian Obeloer startete in seinem Einzel wie die Feuerwehr. Gegen einen starken Alexander Brinkmann spielte Florian wie vom anderen Stern höchstes Tempo und kämpfte um jeden Ball. Nach der Pause im zweiten Satz musste er dem hohen Tempo aber Tribut zollen und konnte danach nur noch fünf Punkte erzielen, verlor diesen folglich mit 21:16. Auch für den dritten Satz konnte er nicht mehr die notwendigen Kräfte sammeln und gab das Spiel ab. Eine solche Leistung hatte das Team von Florian nicht erwartet und zeigte sich entsprechend beeindruckt.
Zu diesem Zeitpunkt war jedoch nur noch ein Unentschieden drin. Und auch das dritte Herreneinzel, das Dameneinzel und das Mixed gingen allesamt äußerst knapp verloren, so dass am Ende eine 6:2 Niederlage zu Buche stand.
Die Mannschaft ließ sich davon aber nicht runterziehen und wollte auf jeden Fall den dritten Platz sichern. Im Spiel um eben diesen traf das Team auf die Jugendmannschaft des BC Phönix Hövelhof. Nach den drei Doppeln lag der TuS schnell mit 3:0 in Führung. Auch in seinem nächsten Einzel zeigte Florian eine souveräne Leistung und erhöhte auf 4:0. Das Herreneinzel drei ging zwar knapp verloren, aber Melissa machte im Spiel gegen Ricarda Rieke mit ungewohnter mentaler Stärke in drei Sätzen alles klar. Das abschließende Herreneinzel 1 und das Mixed spielten daher keine Rolle mehr. So ging das Spiel 5:3 für den TuS aus und damit der Pokal für den dritten Platz nach Tippe.
Bleibt die Randnotiz, dass das Doppel Rogge/Klaß im gesamten Turnier kein Spiel verloren geben musste und damit einen Spitzenplatz im Bezirk einnimmt, ebenso wie Melissa Martens, die im Turnier auf die „Big Four“ ihrer Altersklasse traf und sich dabei nur einmal ganz knapp Melina Orth unterwerfen musste. Aber das war eine Ausnahme, wie sie augenzwinkernd versicherte.

Die SchülermannschaftIn Hövelhof ging derweil die Schülermannschaft des TuS ans Werk. Thomas Geuenich, zwar Spieler beim Konkurrenten BC Phönix Hövelhof, aber Trainer der TuS Jugendabteilung, hatte im Vorfeld auf den dritten Platz getippt. Um damit richtig zu liegen muss man allerdings keine hellseherischen Fähigkeiten besitzen, denn gegen die übermächtige Hövelhofer Jungenriege ist derzeit kein Kraut gewachsen. Aber der Reihe nach.
Die Stammbesatzung der Schülermannschaft - Simon, Christoph, Laurenz, Philipp, Anna und Larissa - erhielten durch die Teilnahme von Jenny unerwartet Verstärkung.
In der Vorrunde war der erste Gegner BC Herscheid. Nominell nicht der schlechteste Gegner steckte den Herscheidern vielleicht noch die lange und frühe Anreise in den Knochen, als sie sich vom TuS mit einem 8:0 die Höchststrafe abholten. Aber auch der kämpferische Einsatz und das Durchbeißen in engen Spielen sorgten laut Thomas Geuenich für das deutliche Ergebnis.
Jenny HillgruberIm zweiten Gruppenspiel ging es dann schon ein bisschen enger zu. Durch die beeindruckende Leistung im ersten Spiel zu einer mutigen Umstellung der Mannschaft ermuntert, konnte gegen SV Westfalia Erwitte „nur“ ein 5:3 erreicht werden. Durch Siege in den drei Doppeln wurde schnell eine 3:0 Führung aufgebaut, allerdings versäumten es die Jungen in den drei Einzeln an ihre Leistung aus dem vorherigen Spiel anzuknüpfen. Alle drei Spiele gingen verloren. So stand es zwischenzeitlich 3:3. Das anschließende Mädcheneinzel konnte Jenny jedoch deutlichst für sich entscheiden und auch das Mixed stellte Simon und Anna nicht vor größere Probleme.
So konnte die Mannschaft als Gruppenerster eine ruhige Nacht verbringen, ehe es am nächsten Morgen um neun Uhr mit dem ersten Spiel der Hauptrunde weiterging.
Die Victoria aus Clarholz machte dabei ihrem Namen nicht unbedingt Ehre. Ohne Satzverlust wurde der Gegner aus dem Nordwesten des Kreises aus dem Feld bugsiert. Dabei gab es überhaupt nur drei Sätze, bei denen die Clarholzer eine zweistellige Anzahl an Punkten erreichte.
Aber getreu dem Motto „Es gibt immer einen noch größeren Fisch“ wartete im Halbfinale eine der beiden Hövelhofer Mannschaften und dort wurde den TuS Schülern aufgezeigt, dass auch sie Grenzen haben. Lediglich Larissa und Anna konnten sich in einem hart umkämpften Dreisatzspiel mit einem 23:21 im Entscheidungssatz den Ehrenpunkt für den TuS sichern. Alle anderen Spiele gingen sehr deutlich an die Gegner aus dem Kreis Paderborn.
Im Spiel um den dritten Platz kam es dann zu einem erneuten Aufeinandertreffen mit dem BC Herscheid. Die waren inzwischen gewarnt und boten nun erheblich mehr Paroli. Im ersten Jungeneinzel konnten Simon und Laurenz abermals in zwei Sätzen gewinnen. Das zweite Jungendoppel ging diesmal jedoch mit 18:21 und 17:21 verloren. Larissa und Anna machten mit dem Mädchendoppel die zwischenzeitliche 2:1 Führung klar. Im Anschluss zeigte Simon , warum auch er als TuS Talent gehandelt wird. Thomas GeuenichMit einer „überzeugenden Leistung“, so Thomas Geuenich, bezwang er im ersten Jungeneinzel zum zweiten Mal an diesem Wochenende Joshua Lüling. Im zweiten Jungeneinzel hatte Christoph das wahrscheinlich knappste Ergebnis des Tages zu bieten und dies auch noch mit dem besseren Ende für sich. Beim 21:23, 22:20 und 27:25 behielt er letzten Endes die Nerven, um den entscheidenden Punkt zu machen. Zu diesem Zeitpunkt war das dritte Jungeneinzel für den TuS bereits verloren gegangen, so dass die nunmehr vier Punkte durch den Sieg von Christoph eine gewisse beruhigende Wirkung hätten ausstrahlen sollen. Jenny hatte im ersten Satz ihres Einzels dennoch Anlaufschwierigkeiten und konnte diesen nur knapp mit 25:23 nach Hause schaukeln. Im zweiten Satz trumpfte sie jedoch wieder wie gewohnt auf und holte dem TuS den entscheidenden fünften Punkt. Das abschließende Mixed konnten Jenny und Laurenz mit 21:15 und 21:12 siegreich gestalten. Thomas Geuenich zeigt sich mit dem Abschneiden der Schülermannschaft durchaus zufrieden und freute sich mit seinen Spielern über die erwartet gute Platzierung.

Mit den gefühlten drei Mannschaften in der Spitzengruppe des Bezirks - die U13 wären sicher ganz vorne dabei gewesen - lässt sich jedenfalls beruhigt in die Badmintonzukunft des TuS Friedrichsdorf schauen.

Bericht von Frank Martens

Ergebnisse U15
Ergebnisse U19

Westfalenblatt